Das Eiersammeln und Abschussanträge sind keine Lösung im Zuge des Gänsemanagements

Bild: Michael August

TOP 20: Weiterentwicklung des Gänsemanagements in Schleswig-Holstein (Drs. 19/3322)

Sandra Redmann: Der Bestand der Nonnengans hat in den letzten Jahrzehnten zugenommen. Dadurch und durch den längeren Aufenthalt im Wattenmeerbereich kommt es zu stärkeren Konflikten mit der Landwirtschaft. Jede und jeder von uns, der einmal einen landwirtschaftlichen Betrieb besucht hat, der stark von Gänsefraßschäden und Kot betroffen ist, weiß, dass dies erhebliche finanzielle Einbußen bedeuten kann.

„Der Bestand der Nonnengans hat in den letzten Jahrzehnten zugenommen. Dadurch und durch den längeren Aufenthalt im Wattenmeerbereich kommt es zu stärkeren Konflikten mit der Landwirtschaft. Jede und jeder von uns, der einmal einen landwirtschaftlichen Betrieb besucht hat, der stark von Gänsefraßschäden und Kot betroffen ist, weiß, dass dies erhebliche finanzielle Einbußen bedeuten kann. Unbestritten. Das Gänsemanagement in Schleswig-Holstein umfasst alle Maßnahmen, die im Konfliktfeld Landwirtschaft und Gänsefraßschäden getroffen werden. Mehrfach haben wir hierüber intensiv im Umwelt- und Agrarausschuss gesprochen. Der Lösungsansatz liegt ganz klar im Vertragsnaturschutz und in der finanziellen Entschädigung, da hatten wir ja auch im Ausschuss eine Diskussion über die Kulisse. Viele rechtliche Aspekte sind dabei zu berücksichtigen. Und diese sind bei den einzelnen Arten auch noch sehr unterschiedlich.
In diesem Rahmen wird das Gänsemanagement auch angepasst. Unterschiedliche Auffassung gibt es bei der Notwendigkeit und Effektivität einzelner Maßnahmen. Der Ministerpräsident hat auf dem letzten Bauerntag die Gänse in den Mittelpunkt seiner Rede gestellt. Dabei hat er 3 Maßnahmen besonders hervorgehoben, die allerdings alle schon in der Umsetzung waren und trotzdem mit Spannung erwartet wurden: Kostenübernahme bei Kadaverentsorgung, beschleunigte Abschussanträge und Reduzierung der Gänseeier durch absammeln.
Das bringt ja nun wahrlich nichts und es werden Ihnen auch die Fachleute bestätigen. Da nützt es auch nichts, wenn der MP in seiner Rede betont, dass zwischen ihm, dem Umweltminister und den Eiern kein Blatt Papier passt, weil man sich da sehr einig sei. Das ist ja nun eigentlich nicht so das fachliche Kriterium. Auch wenn wir natürlich sehr beeindruckt sind, dass dies einer besonderen Betonung bedarf. Nun möchte Jamaika das ganze auch nochmal sagen, obwohl es – wie schon dargelegt – bereits Bestandteil des Gänsemanagements ist. Nun sind wir nach Ihren Begrüßungsanträgen nun schon bei den Bekräftigungsanträgen angelangt. Ich bin gespannt, was als nächstes kommt – besondere Bekräftigungen? Huldigungen? Naja, warten wir es mal ab. Etwas verändern werden Sie mit diesem Antrag jedenfalls nichts. Das Eiersammeln und Abschussanträge zu vereinfachen, wird auf jeden Fall keine Lösung im Zuge des Gänsemanagements in Schleswig-Holstein sein. Dieser Antrag ist keine lame duck, sondern eine lame goose.“

Hinweis: Diese Rede kann hier als Video abgerufen werden: