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Sandra Redmann zum Moorschutzprogramm, 25.08.2011

Moore sind weiter bedroht – mit Schutzkampagne werben!

Landtagsrede vom 25.08.2011 zu TOP 17, Umbruch von Grünland auf Moorstandorten wirksam unterbinden! / Moorschutzprogramm für Schleswig-Holstein (Drucksachen 17/1490 und 17/1592)

Moore haben in Schleswig-Holstein eine große Bedeutung. Das ist hier im Hause sicher unbestritten und bedarf nicht der vertieften Darlegung. Seit 2002 gibt es das Niedermoorprogramm der Landesregierung, das die Regeneration von Niedermooren und die Minimierung von stofflichen Einträgen in oberirdische Gewässer bewirken soll. Aus ökologischer Sicht sind allerdings auch Hochmoore besonders wertvolle Lebensräume. Daher haben wir in der Großen Koalition gemeinsam mit der CDU die Aktivitäten für den Schutz und die Regeneration von Hochmooren in einem das Niedermoorprogramm ergänzenden eigenen Programm gebündelt.

Über das Ergebnis dieses neuen Moorschutzprogramms liegt uns nun der lesenswerte Bericht der Landesregierung vor, für den ich mich im Namen der SPD-Fraktion beim Umwelt- und Landwirtschaftsministerium bedanke. Unabhängig von den dargelegten Schwierigkeiten in der historischen Flächenerfassung und den unterschiedlichen Datengrundlagen bestehen auf den landwirtschaftlich genutzten Flächen ca. 94.000 ha und insgesamt ca. 192.000 ha Moorboden, auf denen Zielkonflikte durch die landwirtschaftliche Nutzung oder andere gesellschaftliche Ansprüche bestehen. Der auf den meisten Flächen bestehende Naturschutz ist daher zwingend erforderlich und darf nicht abgesenkt werden.

Aus diesem Grunde ist der zu diesem TOP vorliegende Sachantrag der Grünen in seiner Richtung nachvollziehbar und unterstützenswert. Legt man jedoch die Beantwortung der Kleinen Anfragen an die Landesregierung zu diesem Thema daneben, entsteht für mich kein klares Bild, ob die bestehenden Vorschriften ausreichend sind oder ob wir den Umbruch von Grünland auf Moorstandorten wirksamer verhindern müssen.

Ziel aller Projekte zum Schutz und zur Renaturierung von Mooren ist natürlich die Wiedervernässung und damit in der Regel die Anhebung des Wasserspiegels oder die Rücknahme von Entwässerungen. Für den Erfolg dieser Projekte spielen drei Faktoren eine wesentliche Rolle: Wasser, Flächenankauf und ausreichend Pufferflächen im Umfeld. Die Erfahrung mit der Umsetzung des Niedermoorprogramms zeigt, dass es wichtig ist, dass Vernässungsmaßnahmen nur im Einvernehmen mit den Eigentümern und betroffenen Anliegern erfolgen. Eine Wiedervernässung kann in der Folge erst dann eingeleitet werden, wenn alle betroffenen Flächeneigentümer zustimmt haben. Diesen Ansatz halte ich für richtig und zukunftsfähig.

Neben diesem rationalen Vorgehen und den damit unwidersprochen verbundenen Vorteilen für Umwelt, Natur – als „Hotspots“ der Biodiversität - und Klimaschutz sollten wir nicht vergessen, dass Moore insgesamt weiter bedroht sind. Die Nutzung von Torf in Hausgärten und im Gartenbau und der Umbruch von Grünland auf Moorflächen sollten endgültig der Vergangenheit angehören.

Moore wirken sich in ihrer einzigartigen Faszination auf den Menschen aus, sie wirken geheimnisvoll und romantisch. Diese Faszination sollten wir in einer „Moorschutzkampagne“, wie es der NABU derzeit mit seinem Projekt „von Moorfröschen und Moorgeistern“ bereits vorbereitet, den Bürgerinnen und Bürgern stärker vor Augen führen, um Schutz- und Entwicklungsmaßnahmen im Einvernehmen mit den Beteiligten noch besser voranzubringen. Dieses Thema sollten wir anhand des Berichts im Umwelt- und Agrarausschuss diskutieren und dann auch dort entscheiden, wie wir mit dem vorliegenden Sachantrag weiter verfahren.